Stärken jeder Generation
Älterwerden ist keine Krankheit!
Dass Menschen - und eben auch Mitarbeiter vom KMUs - älter werden, ist eine schlichte Selbstverständlichkeit. Dass dadurch auch altersbedingte Probleme entstehen können (!), liegt auf der Hand. Doch Älterwerden nur als Problem zu sehen - für die Betroffenen wie die Unternehmen -, ist ein gewaltiger Kurzschluss. Älterwerden ist keine Behinderung und keine Krankheit. Ohne Zweifel: Bestimmte Dinge können Ältere nicht mehr so gut leisten - vor allem rein körperliche Dauerbelastungen verkraften -, andere können sie möglicherweise sogar besser (s. u.). Dabei sind selbstverständlich unterschiedliche Altersstufen und ganz individuelle Verlaufsformen des Älterwerdens auch im Berufsleben zu berücksichtigen. Es gibt jedenfalls keine guten Günde dafür, Ältere pauschal auf die Bank zu schicken.
Es ist nicht zuletzt auch eine Frage der Einstellung: der Betroffenen selbst, der anderen Generationen, der Unternehmen wie der gesamten Gesellschaft. Wie sie sich fühlen, was sie sich zutrauen, wie sie mit dem Älterwerden umgehen. Wir sind überzeugt davon: Die Unterschiede nüchtern wahrzunehmen, die Stärken jeder Generation zu nutzen - darin liegt eine riesige Produktivkraft auch für Unternehmen. Warum sollen wir nicht - statt einem sinnlosen Generationenkonflikt das Wort zu reden - diese "Schätze heben"?
Fähigkeiten, die mit dem Altern eher zunehmen
- Erfahrung, d. h. Lebenserfahrung und Berufserfahrung
- betriebsspezifisches Wissen
- berufliche Routine und Geübtheit
- Verantwortungsbewusstsein
- Pflichtbewusstsein
- Genauigkeit
- Zuverlässigkeit
- Gelassenheit
- die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel, d. h. Probleme aus Sicht des Anderen zu sehen und sich auf andere einzustellen
- die Fähigkeit, eigene Grenzen realistisch einzuschätzen
- Beurteilungsvermögen
Quelle healthpro
'Janusköpfigkeit' des Erfahrungswissens
Ist das Erfahrungswissen von älter werdenden Mitarbeiter/innen für das Unternehmen tatsächlich hilfreich und nützlich? Dafür kann es keine allgemeingültige Antwort geben. Entscheidend ist vielmehr - neben dem Wissensmanagement und dem Innovationsbedarf des Unternehmens -, was die Einzelnen daraus machen. In welche Richtung geht die persönliche Entwicklung und der Lernprozess:
- Altersweisheit (Zunahme von Toleranz, Gelassenheit und Abgeklärtheit) oder Altersstarrsinn (Beharren auf dem Alten und Bewährten),
- Integration (Erfahrungen in gemeinsamen Lernprozess einbringen) oder "Ausbremsen" (andere blockieren),
- Neugier (Offenheit für neue Erfahrungen) oder Dogmatismus (ständiger Rückgriff auf frühere Problemlösungsstrategien)...