work-life-balance
Besser arbeiten - mehr leben
Für Unternehmen ist es, wenn sie denn gute Arbeitgeber sein und bleiben wollen, nur folgerichtig, sich auf die veränderten Lebensumstände ihrer Mitarbeiter/innen einzustellen. Eine intelligente, flexible Arbeitsorganisation ist für sie also nur ein Gebot der Klugheit. Sie selbst haben – um nur ein Beispiel dafür zu nennen – den größten Vorteil davon, vernünftige Pausenregelungen einzuführen (d. h. den Arbeitsanforderungen auch Grenzen zu setzen), weil dadurch die Arbeitsproduktivität erheblich gesteigert werden kann.
Für die Mitarbeiter/innen geht es hauptsächlich darum dem vorzubeugen, dass sie durch die oftmals erhöhten Arbeitsanforderungen (z. B. durch Arbeitsverdichtung) aus dem Gleichgewicht geraten. Anzeichen dafür sind stressbedingte Verschleisserscheinungen und Krankheiten. Nicht zuletzt Führungskräfte, die möglicherweise unter typischen Managerkrankheiten leiden oder sich einfach ausgebrannt fühlen (burnout-Syndrom), müssen wieder eine innere Balance finden können.
Nach unserer Überzeugung wäre es verkürzt, dem nur durch eine veränderte Arbeitsorganisation oder ein verbessertes Zeitmanagement einzelner begegnen zu wollen. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte dafür, um besser arbeiten und mehr leben zu können:
Verschiedene Ansatzpunkte
z. B. intelligente, flexible Arbeitsorganisation
- flexible Arbeitszeiten
- flexibler Arbeitsort (Telearbeit)
- flexible Arbeitsorganisation
- Kinderbetreuungsmaßnahmen (intern bereitgestellt oder von extern eingekauft)
- Unterstützung bei der Pflege älterer Angehöriger (Eldercare)
- Wiedereingliederungsmaßnahmen für Berufsrückkehrer
- Beratung zu Krisenthemen (Scheidung, Schulden, Mobilität, Erziehung usw.)
- Concierce-Dienste (wie Bügelservice, Einkaufsdienste usw.)
- Angebote zur Stressvermeidung (Rückenschule, Yogakurse usw.)
- Relocation-Service (Ünterstützung für reibungslosen Ortswechsel)
- Familienfreundliche Personalplanung
- Beurteilung von Vorgesetzten nach ihrer Familienkompetenz
Quelle: Initiative Mittelstand und Familie
Beispiel: mehr Teilzeitarbeitsplätze für Frauen
| Durch eine Personalstrukturanalyse fiel auf, dass bei der Hess Autoteile GmbH bisher relativ wenige Frauen beschäftigt sind. Von den Auszubildenden sind immerhin rund 30 % weiblich, bei den Festangestellten dagegen weniger als 15 %. Hauptgrund war aber nicht, wie von der Unternehmensführung zunächst vermutet, das Thema „Autoteile“ beziehungsweise Technik und deren schwere Handhabung (Gewicht u. a.). Vielmehr war eher die bislang mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf dafür verantwortlich. Lösungsversuch des Unternehmens: Mehr Angebote für Teilzeitarbeit und eine Reihe anderer Maßnahmen auch im Zusammenhang mit der Altersentwicklung und Familienbindung der Belegschaft. Auf diese Weise will Hess vor allem junge Menschen, eben auch Frauen, in der Familiengründungsphase im Unternehmen halten oder sie möglichst schnell wieder integrieren. Auch wenn es für eine gründliche Auswertung noch verfrüht wäre - erste Zwischenerfolge konnten bereits erzielt werden. |