'Haus der Zukunft'?

Eine zentrale Fragestellung für KMUs im Zusammenhang mit der Demographie-Entwicklung lautet: "Welche Produkte / Dienste können wir auch in 5 oder 10 Jahren auf welchen Märkten noch erfolgversprechend anbieten?"
In diesem Zusammenhang beziehen wir uns ausschließlich auf die Baubranche, und zwar sowohl auf Architekten / Planer wie die verschiedenen Baugewerke.

Was Architekten so alles können ...

zu (A): Akquise (pot. Kunden, Bauherren, öffentliche Auftraggeber …) - Kundenberatung (Lage Grundstück, Kosten – Finanzierung) - Plan (Entwurf) - Statik (extern) - Anträge Genehmigung Baubehörden - Koordination Gewerke / Bauaufsicht - Controlling Kosten - Bautagebuch / Abschluss-Dokumentation - ggf. Gewährleistung

zu (B): Neu-Wohnungsbau (Einzel, Doppel, Siedlung) - Sanierung / Renovierung (im Bestand) - Abriss / Rückbau - Denkmalpflege - Landwirtschaft (Funktionsgebäude) - Industrie / Gewerbe (Funktionsgebäude) - Infrastruktur (Tiefbau Kanal …) - Sonderobjekte (Stadion, Schulen u. a.) - Messebau, Ausstellungen

zu (C): Alten-, behindertengerecht (barrierefrei) - Kinder-, Familienfreundlich - Innenausbau (Einliegerwohnung, Singles) - Hang- u. a. schwierige Lagen - Öko- Materialien - Umwelt / Energie (Erdwärme, Solar, Isolierung) - Luxus-, Komfortwohnungen - kostengünstiges, preiswertes Bauen

... und wenn nicht alles zugleich geht?

Mit nur wenigen festangestellten Mitarbeiter/innen sowie gelegentlich 'angeheuerten' Zusatzkräften läßt sich das alles, was Architekten und Baugewerke eigentlich alles können sollen, auf Dauer gar nicht verläßlich bewältigen. Zumindest geht nicht alles zugleich.
Deshalb ist es unumgänglich, rechtzeitig die strategischen Weichenstellungen vorzunehmen, worauf sich die jeweilige Firma in Zukunft konzentrieren soll. Wenn schon für Friseure gilt, "was Friseure können, können nur Friseure", müssen auch Architekten und Baufirmen sagen können: "Wir sind Profis bzw. Spezialisten für ...".

Das kann (!) beispielsweise beinhalten, dass man sich nicht mehr darauf einstellt, alle Produktionsstufen in der gesamten Fertigungstiefe mit eigenen Kräften abzudecken, sondern bestimmte Teilleistungen zuzukaufen (wie es mit Statikberechnungen bereits geschieht). Unter Umständen kann eine Firma sich gar auf bestimmte Teilleistungen (z. B. Wertgutachten), Bauarten (z. B. Sanierung / Renovierung) und / oder auch besonders Qualitäten (z. B. Niedrigenergie) spezialisieren.

Was das ist oder sein kann, hängt vor allem von den eigenen Kernkompetenzen ab: "Was können wir besonders gut? Wo haben wir die größten Erfolge vorzuweisen?" Aber auch von der Marktentwicklung in der betreffenden Region: "Was ist z. B. in 5 Jahren überhaupt noch gefragt? Was machen die Mitbewerber?"
Und schließlich von der Möglichkeit, strategische Partnerschaften mit anderen spezialisierten Unternehmen einzugehen oder mehr oder weniger enge Kooperationen zu bilden. (Für letztere gibt es besondere Verbundberatungs- und Fördermöglichkeiten etwa über die Handwerkerorganisationen).

Wenn sich ein Architektur- oder Handwerksunternehmen auf eine solche Weise 'neu aufstellt', kann es auch gezielter die Fragen angehen: "Welche Mitarbeiter/innen brauchen wir dafür?" und "Welche Fortbildungen müssen wir Ihnen ermöglichen?"

Zusatzqualifikationen erwerben

sind, um auf Dauer zu bestehen, unter anderem nötig für:
- Dienstleistungen aus einer Hand
- Gewerke-übergreifende Arbeiten in Bau-Team
- zwischenbetriebliche Kooperation
- neu entstehende Auftrags- und Arbeitsfelder wie z. B. im Facility- oder Gebäudemanagement