Reife Leistungen!

Wir wissen: Älter werdende Menschen – auch Ü50er / Ü60er ff. – sind in aller Regel durchaus in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Auch wenn die rein körperliche Belastungsfähigkeit sinkt – sie setzen teilweise sogar besondere Fähigkeiten ein, ihre (Unternehmens-)Umwelt zu gestalten (Altersproblem).
Unter dem Gesichtspunkt der sich entwickelnden Märkte 50 plus liegt das Augenmerk allerdings stärker auf der Lebensgestaltung Älterer in Hinblick auf ihr Verbraucherverhalten, wie es von Marktforschungsinstituten untersucht wird.

Und die stellen zuallererst fest, dass es sich um die wohl „kaufkräftigste Generation aller Zeiten“ handele, die auch besonders ausgabefreudig sei – vor allem bei Reisen, Gesundheit, Wellness und Ernährung sowie Wohnen und häusliches Umfeld. Dabei unterscheidet die Marktforschung das Verbraucherverhalten allerdings nicht nur nach Alterstufen (und damit ggf. verbundener Pflegebedürftigkeit), sondern auch nach Typen in Lebensstil und soziokulturellem Milieu: z. B. anspruchsvolle Konsumfreudige - wertkonservative Genießer - ausgabebereite Innovatoren - sparsame Zurückgezogene - risikoscheue Traditionalisten - erlebnishungrige Aktive (IAW RWTH Aachen).

Das wachsende Feld der Seniorenwirtschaft, die darauf gezielt aufbaut, ist ein durchaus ernst zu nehmender Wirtschaftszweig (siehe die Webadressen unter Links ). Sie sieht Ältere (hoffentlich!) nicht nur als Vermarktungsobjekt, sondern als mögliche Kunden in einem partnerschaftlichen Verständnis.
Auch für KMUs beispielsweise aus dem Baugewerbe sind die wachsenden Märkte 50plus eine Herausforderung zu fragen: "Bieten wir diesen Menschen das, w a s sie brauchen, und: bieten wir es ihnen so, w i e sie es brauchen?"

Was Ältere besonders brauchen ...


Was das für Anbieter aus dem Baugewerbe bedeuten kann, können wir hier nur schlaglichtartig andeuten:

Um- und Ausbau für ältere Wohnungsinhaber

Foto G. Poth (2006)

  • helle und kontrastreiche Farben an Wänden, auf Böden und auf Einrichtungsgegenständen (schwächer werdende Sehkraft)
  • großflächige, leichtgängige und gut erreichbare Bedienelemente, z. B. Steckdosen, Schalter, Türen, Schubladen etc.
  • Handläufe und Haltegriffe (s. Foto rechts als Beispiel)
  • hoch eingebaute und bedienungsfreundliche Einbaugeräte, z. B. Kühlschränke, Geschirrspüler
  • Vermeidung von Rutsch- und Stolperfallen in Haus und Garten
  • intelligente Haustechnik mit Alarmfunktionen für medizinische und sonstige Notfälle

erforderliche 'softskills' für Handwerker

  • Ehrlichkeit und Kompetenz bei der Information zu Produkten und Leistungen
  • Ordnung und Pünktlichkeit
  • Höflichkeit (keine aufgesetzte Freundlichkeit)
  • Achtung vor dem Alter (Anklopfen, Achtung der Mittagsruhe)
  • Fürsorglichkeit, bes. bei allein stehenden Menschen
  • deutliche Ansprache (keine Anglizismen, Augenkontakt, langsam sprechen usw.)
  • adäquates Auftreten (korrekte und saubere Berufskleidung, gut lesbare Namensschilder, kein Walkman oder Käppi)
  • klare und nachvollziehbare Angebots- und Preiserstellung

Quelle: LGH Handwerkstipps zur Unternehmensführung

Wie machen es andere? Auch von erfolgreichen Beispielen guter Praxis kann man einiges lernen:

Seniorenservice - Malerbetrieb Stamm, Leverkusen

Einstellung auf Senioren:
- „Ich lernte, mich auf den traditionellen Stil der Senioren ästhetisch einzustellen und meine persönlichen Vorlieben dabei zurückzustellen.“
Emotionale Kompetenz
- „Nicht nur mit den Ohren zuhören, sondern auch mit dem Herzen!“
Urlaubsservice
- auch „ärmere Kunden“ verreisen zu den Kindern
- Fotos vom Stand der Arbeiten an den Urlaubsort
- Abwicklungsplanung für Termintreue

Neue Arbeitsfelder auch für ältere Mitarbeiter!

Viele ehrenamtliche Initiativen wie Senioren helfen Senioren setzen sich besonders dafür ein, dass ältere Menschen möglichst lange in ihrem gewohnten Wohnumfeld sicher und bequem leben können. Dass sie selbst bereits der älteren Generation angehören, erleichtert ihnen den Zugang zu diesen Menschen: ihr Vertrauen zu gewinnen und sie so anzusprechen, wie diese es brauchen.
Marketingexperten wissen, dass die Ansprache am leichtesten geht über Personen,

die in dem gefühlten Alter der Zielgruppen sind und deren Erfordernisse und Bedürfnisse kennen.
Dies eröffnet auch KMUs im Baubereich neue mögliche Einsatzfelder z. B. für langjährige Mitarbeiter, die aufgrund der hohen körperlichen Belastungen im Handwerk selbst nur noch eingeschränkt einsetzbar sind, aber bestens geeignet sein können für kundennahe Beratungs- und haushaltnahe Dienstleistungen für Ältere. Vorausgesetzt, sie stellen sich wirklich auf deren Bedürfnisse ein.