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Der Stand des Mittel-Standes
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Das muss schon etwas ganz Besonderes sein: KMUs werden oftmals geradezu als Rückgrat unserer Wirtschaft und Gesellschaft gepriesen. Worum es sich dabei überhaupt handelt, können wir hier wir nur schlaglichtartig beleuchten. Neben einigen allgemeinen Zahlenangaben beziehen wir uns zunächst auf das Beispiel von Handwerksbetrieben aus dem Baugewerbe. In Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung werfen wir zudem die Frage auf, wie attraktiv KMUs in ihren jeweiligen regionalen Märkten als Arbeitgeber sind.
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Was sind KMUs?
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Ein KMU ist entsprechend der Empfehlung der EU-Kommission ein Unternehmen, das weniger als 250 Beschäftigte hat, einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro aufweist. Bei der Berechnung der Mitarbeiterzahlen und der finanziellen Schwellenwerte sind die Verflechtungen mit anderen Unternehmen zu berücksichtigen. Innerhalb der Gruppe der KMU unterscheidet die EU-Kommission zwischen - Kleinstunternehmen: weniger als 10 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. EURO - Kleinen Unternehmen: weniger als 50 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EURO - Mittleren Unternehmen: weniger als 250 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EURO oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EURO (Quelle Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF)
Die Erklärung für die hohe Bedeutung von KMUs: Mehr als 99 % aller Unternehmen in den nichtlandwirtschaftlichen Sektoren der Europäischen Union sind kleine und mittlere Unternehmen bis zu 250 Beschäftigten. Sie bieten 66 % aller Arbeitsplätze, erwirtschaften 55 % der gesamten Wertschöpfung und leisten damit entscheidende Beiträge zu Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Beschäftigung.
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z.B. Bauhandwerk
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"Über 75 % aller Bauleistungen werden von den ca. 50.000 Bauhandwerksbetrieben erbracht, womit das Baugewerbe eine ausgeprägt mittelständische Struktur hat, was durch die durchschnittliche Betriebsgröße im Bauhauptgewerbe von 13,1 Beschäftigten pro Betrieb hervorgehoben wird. Im Jahr 2000 hatten 36.195 der Handwerksunternehmen 1 - 9 Beschäftigte und nur 18 Betriebe mehr als 500 Beschäftigte. Die überwiegende Zahl an Beschäftigten befanden sich jedoch in der Betriebsgrößenklasse 20-49. Analog zu den steigenden Insolvenzen ist auch die Gesamtzahl der Beschäftigten im Bauhandwerk rückläufig: Von 1997 bis 2001 ist ein Beschäftigtenrückgang von 19,5 % festzustellen. ...
Handwerksbetriebe sind auch heute noch weitgehend Familienbetriebe. Die Inhaber haben den Betrieb häufig aus der elterlichen Hand übernommen und sind daher nicht nur mit der handwerklich-unternehmerischen Arbeitsweise vertraut, sondern identifizieren sich auch mit dem Betrieb. In etwa der Hälfte der deutschen Handwerksbetriebe arbeitet die Ehefrau des Inhabers / Meisters im Betrieb mit, üblicherweise organisiert sie das Büro." Quelle Baua-Projektbericht: Modelle alternsgerechter Arbeit aus Kleinbetrieben, Dortmund u. a. 2005, S. 37 und 44
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Wie attraktiv sind KMUs als Arbeitgeber?
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Als Arbeitgeber werden KMUs oftmals verkannt. Bundesweit liegen BMW, Porsche und McKinsey seit Jahren auf den ersten Plätzen der beliebtesten Unternehmen von Hochschulabsolventen. Namen wie Wiesaplaust, Flabeg oder Hirschmann wird man hingegen in der Liste vergebens suchen. Dabei sind auch diese Unternehmen Weltmarktführer: bei Bremsanlagen, Autospiegeln und industriellen Netzwerken. Doch als Mittelständler arbeiten sie eher im Verborgenen und sind oft nur denjenigen bekannt, die sich speziell mit ihren Produkten befassen. Auch in Ihrer Region werden Sie sicher einige 'Renner' in der Unternehmensrangliste für Ausbildungs- und Arbeitsplatzbewerber kennen. Andere dagegen, vielleicht auch Ihr Unternehmen, sind weniger bekannt und angesehen. Dies hat wohlgemerkt nicht unbedingt etwas damit zu tun, wie gut das jeweilige Unternehmen tatsächlich 'aufgestellt' ist und welche Vor- oder Nachteile es tatsächlich hat (s. u.). Es zeigt lediglich, dass kleinere Unternehmen mehr dafür tun müssen, bekannt zu werden und ihre Vorzüge auch entsprechend zu vermarkten (PR + Marketing).
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- Bekanntheitsgrad - Arbeitgeberimage - Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten - Investition in Erstausbildung - Budget für Personalmarketing / Kommunikation - Gehaltsniveau - Neben- und Zusatzleistungen |
- flache Hierarchien - Handlungs- und Entscheidungsspielraum - Verantwortung - Aufgabenvielfalt - Einblick in übergeordnete Ziele und Strategien |
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Die Größe ist durchaus nicht immer der ausschlaggebende Gesichtspunkt für die Wahl eines geeigneten Unternehmens. Berufsanfänger und –wechsler sowie Fachhochschulabsolventen der Region Ostwestfalen Lippe würden nach einer Befragung der DGFP / Bertelsmannstiftung (2004) großenteils ein mittelständisches Unternehmen (hier: 100-500 Mitarbeiter) bevorzugen, wenn es denn wirtschaftlich „gesund“ ist und gute Zukunftsaussichten hat. Darüber hinaus benannten sie vor allem folgende Gesichtspunkte für ihr persönliches Unternehmens-Ranking:
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- dass er eine spaßbringende Arbeitsaufgabe (89 %) mit erfüllenden Tätigkeiten (87 %) bieten kann und dann noch das Gehalt stimmt und den erbrachten Leistungen des Arbeitnehmers entspricht (78 %) und - dass ein guter Vorgesetzter die Zusammenarbeit prägt und den Mitarbeiter bei dessen Zielen und Interessen unterstützt (76 %). Zum Wunschprofil eines idealen Arbeitgebers gehört mit 72 % der Nennungen auch, dass er gute Karrierechancen im Unternehmen bietet. Neben der leistungsgerechten Entlohnung wird auch noch von 69 % die ideelle, nichtmonetäre Anerkennung für die geleistete Arbeit sowie mit gleicher Prozentzahl die Ausgeglichenheit zwischen der Erwerbsarbeit und den privaten Wünschen und ‚Verpflichtungen’, die work-life-balance, favorisiert… |
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